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Langes Sitzen Dauersitzen, Schlechte Haltung, Bewegungsmangel, Verspannungen und Stress - die Faktoren für Rückenleiden sind vielfältig und werden häufig unterschätzt. Weit mehr als die Hälfte unserer Bevölkerung leiden an Rückenschmerzen oder haben damit bereits Erfahrungen gesammelt. Rückenschmerzen sind häufig Grund für einen Arbeitsausfall. Meist beginnen die Beschwerden schon im jüngeren bis mittleren Lebensabschnitt (25-35 Jahre) und treten entweder in kurzen Episoden als Hexenschuß oder als ständige Rückenschmerzen auf.

Bei Beschwerden z. B. in der Halswirbelsäule ist die Drehung im Hals- und Schulterbereich schmerzhaft, wobei knackende Geräusche auftreten können. In den betroffenen Muskeln sind manchmal schmerzhafte Knoten tastbar, auch die Muskeln entlang der Wirbelsäule sind beim Betasten schmerzempfindlich. Bei einem Bandscheibenvorfall treten Schmerzen und Muskelfunktionsstörungen in dem Körpergebiet auf, dass von  der Nervenwurzel versorgt wird. Durch falsches


Sitzen, Bewegungsmangel, langes Stehen, schweres Heben und einen unergonomischen Arbeitsplatz können Muskelverspannungen auftreten, die vorübergehende Rückenschmerzen auslösen. Sie können sich bei einer Dauerbelastung verstärken und sogar chronisch werden. Der Entwicklung zum Dauerschmerz kann durch Gymnastik, Sport und dem Vermeiden von rückenbelastenden Arbeiten entgegengewirkt werden.

Durch einseitige Bewegungsabläufe kann ein Verschleiß der Wirbelsäule auftreten, der sich in Muskelverspannungen und -schmerzen äußert und im fortgeschrittenen Stadium zu einer Nervenschädigung führen kann. Sind Nerven eingeklemmt oder drückt die Wirbelsäule auf Nerven, entstehen Schmerzen, die in den Muskelgruppen auftreten, die von den Nerven versorgt werden.

Bei Schmerzen in der Halswirbelsäule wird eine Halskrause verordnet, durch die eine leichte Halsdehnung erreicht wird. Der Einsatz von Wärme und ein im Handel erhältliches Nackenstützkissen ist von Vorteil. Bei einem Bandscheibenvorfall wird, abhängig vom Grad des Vorfalls, eine 2-wöchige Bettruhe auf einer harten Matratze verordnet oder durch ein sog. Stufenbett (=Hochlagerung der Unterschenkel) der Schmerz gelindert. Zur Therapie werden Krankengymnastik und Massage der angespannten Muskel sowie Wärme eingesetzt.

Rückenschmerzen werden in verschiedene Kategorien eingeteilt. Meistens treten Rückenschmerzen ohne Reizung der Nervenwurzel auf. Bei Rückenschmerzen mit Reizung der Nervenwurzel wird zwischen Bandscheibenschäden und knöcherne Einengungen des Nervenkanals unterschieden. Seltener treten Rückenschmerzen durch Erkrankung des Darmbein-Kreuzbein-Gelenkes auf.

Der Schmerz ist als Frühwarnsystem des Körpers zu sehen. Physiologische Ursachen von Rückenschmerzen sind entweder Entzündungen, Nervenschädigungen oder Muskelverspannungen. Durch Fehlhaltungen, Angst oder Streß treten Muskelverspannungen auf, die die Schmerzsensoren (=Fühler des Nervensystems) im Muskel, der Sehne oder den Gelenken erregen. Es kommt zum Schmerzempfinden. Durch den Druck des Muskels auf die Versorgungsgefäße entsteht Sauerstoffmangel, wodurch sich Stoffwechselprodukte im Muskel bilden, die den Schmerz verstärken. Die Nerven, die den Muskel versorgen, erfahren durch die Muskelverspannung eine Dauererregung und zeigen eine erhöhte Reizaktivität, was durch einen nicht willentlich gesteuerten Reflex zu einer Verstärkung der Muskelanspannung führt. Der Teufelskreis von Muskelverspannung und Nervendauererregung schließt sich. Häufig sind die Haltemuskeln der Wirbelsäule von diesem Teufelskreis betroffen.

Der Verschleiß des Bewegungs- und Halteapparates kann sowohl zu Muskelverspannung als auch zur Nervenschädigung führen. Bewegungsmangel und falsches Sitzen sind die Ursache eines Verschleißes. Tritt ein Verschleiß im Bereich einer Bandscheibe auf, muss verstärkt Muskelarbeit geleistet werden, um das Zusammenspiel von Halte- und Stützapparat zu ermöglichen. Eine frühe Folge des Verschleißes ist eine Muskelverspannung. Im mittleren Lebensabschnitt ist die Neigung zu einem Bandscheibenvorfall (sog. Prolaps) groß. Hierbei ist der den Bandscheibenkern umgebende Faserring rissig, so dass der Bandscheibenkern auf die Nervenwurzel im Rückenmark drückt. Im Alter hingegen tritt eher der Fall ein, dass die Nervenwurzel durch knöcherne Verwachsungen an den Wirbelgelenken eingeengt werden. Die eingequetschten Nerven leiten dann den Schmerzreiz an das Gehirn weiter.

Folgende Punkte sollten Sie beachten, wenn Sie Rückenschmerzen vermeiden bzw. lindern wollen:

  • Entspannungsübungen
  • regelmäßig Bewegung (kein Leistungssport!), z. B. Schwimmen, Fahrradfahren
  • Kräftigung der Muskulatur durch Rückenschule
  • den Rücken immer gerade halten
  • nicht schwer tragen
  • beim Bücken in die Hocke gehen
  • nicht lange stehen oder sitzen
  • nicht Rauchen
  • Übergewicht vermeiden
  • sich einen ergonomischen Arbeitsplatz schaffen                              » zurück